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Dieses wunderschöne Schloss habe ich in meinem Urlaub besucht

 

 

 

 

 

 

 

Schloss Neuschwanstein – Schwangau

 

Bild: Thronsaal

 

Schloss Neuschwanstein, das König Ludwig II.ab 1868 auf einem zerklüfteten Felsen in malerischer Bergszenerie errichten ließ, sollte, wie er an Richard Wagner schrieb, "im echten Styl der alten deutschen Ritterburgen" erstehen.

Das zunächst in Idealansichten des Bühnenmalers Christian Jank präsentierte Bauvorhaben wurde von Eduard Riedel und Georg Dollmann umgesetzt. Während der Bautypus dem Stil der Romanik des 13. Jahrhunderts folgt, bezieht sich das Bildprogramm  der Wandmalereien zum Teil auf die Themenwelt der Wagnerschen Musikdramen wie "Tannhäuser" und "Lohengrin".

Der Sängersaal ist nach dem Vorbild des Festsaals der Wartburg bei Eisenach konzipiert und u.a. mit Wandgemälden zur Parzvalsage ausgeschmückt.

 

Bild: Apsis im Thronsaal

Thronsaal
 

Der sakral wirkende Thronsaal hatte neben byzantinischen Kuppelbauten auch die Allerheiligen-Hofkirche der Münschner Residenz zum Vorbild und symbolisiert die Vorstellung Ludwigs II. von einem Königtum von Gottes Gnaden. Neuschwanstein ist keine Kopie einer mittelalterlichen Burganlage, sondern eine charakteristische Neuschöpfung des Historismus.

 

 

 

 

 

 

Schloss Neuschwanstein

Baugeschichte

Die Arbeiten am künftigen Bauplatz begannen im Sommer 1868; bis zu 8 Meter anstehendes Gestein wurden abgetragen, um Platz für die Fundamente zu schaffen. Im Juni 1869 war die neue Zufahrtsstraße fertig. In den Grundstein wurden am 5. September 1869 in der Tradition Ludwigs I. der Bauplan, Porträts des Bauherrn und Geldmünzen aus seiner Regierungszeit eingelegt. Beim Bau bediente man sich der modernsten Mittel, bei der Technik ebenso wie bei den Materialien. Die Fundamente wurden zementiert, das Mauerwerk besteht aus Ziegeln und wurde mit hellem Kalkstein nur verkleidet.

 

Bild: Bauzustand 1886

Bauzustand von Neuschwanstein nach dem Tod König Ludwigs II.

 

Zunächst wurde der Torbau errichtet, der am 11. Juni 1872 Richtfest hatte und Ende 1873 bezugsfertig war; das Obergeschoss diente Ludwig II. jahrelang als Wohnung. Seit September 1872 war der Palas in Bau; der nachträglich von Ludwig II. gewünschte große Thronsaal erforderte aus Gründen der Statik moderne Technik und wurde als ummantelte Eisenkonstruktion ausgeführt. Richtfest war am 29. Januar 1880. Die technische und künstlerische Ausstattung war erst Mitte 1884 bis auf Einzelheiten abgeschlossen. Ludwig II. hat seine neue Burg bis zuletzt nur als Baustelle gesehen; die Kemenate und der Viereckturm wurden erst 1892 in vereinfachter Form fertiggestellt.

 

Ausstattung und moderne Technik

Wie kein anderer Bau zeugt Neuschwanstein von den Idealen und Sehnsüchten Ludwigs II. Das Schloss war nicht Schauplatz königlicher Repräsentation, sondern ein Ort des Rückzugs. Hier flüchtete sich Ludwig II. in eine Traumwelt – die poetische Welt des Mittelalters.

Die Bilderzyklen Neuschwansteins waren inspiriert von den Opern Richard Wagners, dem der König das Schloss widmete. Als direkte Vorlagen für die Ausgestaltung dienten jedoch nicht die Bühnenwerke Wagners, sondern jeneSagen des Mittelalters, auf die auch der Komponist zurückgegriffen hatte.

In den Wandbildern des Schlosses werden Geschichten um Liebe, Schuld, Buße und Erlösung thematisiert. Könige und Ritter, Dichter und Liebespaare bevölkern die Räume. Drei Figuren sind von zentraler Bedeutung: der Dichter Tannhäuser, der Schwanenritter Lohengrin und dessen Vater, der Gralskönig Parzival (Parsifal). Für Ludwig waren sie Vorbilder und Seelenverwandte.

 

Bild: Apsis im Thronsaal

Apsis im Thronsaal

 

Ein anderes Leitmotiv der Ausstattung ist der Schwan. Der Schwan war das Wappentier der Grafen von Schwangau, als deren Nachfolger sich der König sah. Er ist aber zugleich das christliche Symbol der "Reinheit", nach der Ludwig strebte.

Religiöse und politische Vorstellungen spielten in die Planung der Burg hinein. Dies erkennt man vor allem im Thronsaal. Die Darstellungen dort zeigen, wie sich Ludwig II. ein Königtum "von Gottes Gnaden" vorstellte: als heiligen Auftrag, ausgestattet mit einer Macht, die der bayerische König nie besessen hatte.

 

Moderne Technik im mittelalterlichen Gewand

Das Mittelalter war in Neuschwanstein nur Illusion: Hinter dem altertümlichen Aussehen verbargen sich modernste Technik und höchster Komfort.

Die Räume des Palas, des königlichen Wohnbaus, wurden über eine Heißluft-Zentralheizung erwärmt. In allen Stockwerken stand fließendes Wasser zur Verfügung, in der Küche sogar heiß und kalt. Die Toiletten besaßen automatische Spülungen. Über eine elektrische Rufanlage rief der König Diener und Adjutanten. Im dritten und vierten Obergeschoss gab es sogar Telefonanschlüsse. Speisen mussten nicht mühsam die Treppen hochgetragen werden – für sie stand ein Aufzug zur Verfügung.

Schon beim Bau des Schlosses hatte man sich moderner technischer Mittel bedient. So wurden die Lastkräne mit Dampfmaschinen betrieben, und den Thronsaal errichtete man als ummantelte Stahlkonstruktion. Eine Besonderheit Neuschwansteins sind auch die großformatigen Fensterscheiben. Die Fertigung solcher Größen war selbst zur Zeit Ludwigs II. noch ungewöhnlich.

 

 

 

 

 

 

 

Die Küche

 

 


Die Küche wurde nach damaligen Maßstäben mit der modernsten Technik ausgestattet. Zur Ausstattung gehören ein großer Herd und eine Anrichte, eine große und eine kleine Spießbraterei, eine eingebaute Rostbraterei mit Vorrichtung zum Tellerwärmen, ein Backofen, ein Mörser und ein Fischbassin.

Anschließend folgen der Anrichteraum mit eingebautem Geschirrschrank und verglaster Loge für den Küchenchef sowie die Spülküche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Speisezimmer

Über ein eichenvertäfeltes Vorzimmer gelangt der Besucher in die Wohn- und Arbeitsräume Ludwigs II. Das Vorzimmer verfügt schon seit 1885 über ein elektrisches Klingelsystem, mit dem der hier diensttuende Diener von allen Räumen aus gerufen werden konnte.

 

 

Die Wandgemälde des Speisezimmers zeigen Szenen mit Wolfram von Eschenbach und anderen Minnesängern, die von einer Eichenvertäfelung mit flacher Reliefschnitzerei gerahmt werden. Auf dem Esstisch steht ein Tafelaufsatz aus Marmor und vergoldeter Bronze, der Siegfrieds Kampf mit dem Drachen zeigt. Wie in allen Wohnräumen des Königs sind die Textilien sehr aufwändig gearbeitet, hier aus roter Seide mit Goldstickerei und Besatz.

 

 

 

 

 

  

         

 

 

 

Der Thronsaal

 

Bild: Thronsaal


Der sakral wirkende Prunkraum mit dem mächtigen, vier Meter hohen Kronleuchter erstreckt sich über das dritte und vierte Obergeschoss und den gesamten Westteil des Palas. Neben byzantinischen Kirchenräumen war vor allem die Münchner Allerheiligenhofkirche das Vorbild. In der nördlichen Apsis sollte – statt des Altars – ein Thron stehen, der nach dem Tod des Königs nicht mehr ausgeführt wurde.

 

Bild: Wandgemälde "Der hl. Georg tötet den Drachen"

 

Die Verbindung von Kirchenraum und Thronsaal verdeutlicht Ludwigs Herrschaftsauffassung: Er sah sich nicht nur als König von Gottes Gnaden, sondern auch als Mittler zwischen Gott und der Welt in ihrer Gesamtheit. Dieser Gedanke findet sich auch in der sternengeschmückten Kuppel und dem von ihr überwölbten Fußbodenmosaik, das die Erde mit ihren Pflanzen und Tieren darstellt.

Unter dem Kuppelgewölbe sind Vertreter vorchristlicher Königreiche zu sehen. Die Bilder in der Apsiszone zeigen Christus, die zwölf Apostel und sechs heilige Könige, die Wandgemälde Taten der Könige und anderer Heiliger. Der Thronsaal war aber nicht für Staatsakte gedacht. Er ist ein Ausdruck für Ludwigs Ansprüche an das Königtum.

 

         

Der hl. Georg tötet den Drachen,
Wandgemälde im Thronsaal,
Waldemar Kolmsberger, 1884

 

 

 

 

 

 

Zimmer der Dienerschaft

 

 

 

 

 

                                                                               

                                                                                                                

                                                                                                                                                                                                             

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